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In der neuen Welt angekommen.

Montag, 05.08.2013

Angekommen. Alles ging gut. Aus dem tropischen Deutschland sind wir jetzt im schwuelwarmen Chicago. Erste Eindrücke gewannen wir am Ufer des Lake Michigan. Leider haben die Chicagoer ihr Ufer mit haesslich dunklen Wolkenkratzern verbaut.

Wissenschaft und Musik

Dienstag, 06.08.2013

Der zweite Tag, an dessen Abend man sich bereits fast an die Zeitumstellung mit sieben gewonnenen Stunden gewöhnt hat. Am Vormittag geht es in das sehenswerte Shedd-Aquarium, am Nachmittag in das nicht weniger interessante Adler-Planetarium, und am Abend in das Chicago Blue, wo fetziger Blues gespielt wird. Nur Birgit klagt nach dem vielen Laufen zurück im Hotel über ihre Füße.

Erkundung mit Bus und Boot

Mittwoch, 07.08.2013

Am Vormittag ging es bei der Untouchable Tour durch das Chicago der 20er und 30er Jahre auf den Spuren der Gangs, die in der Prohibitionszeit sagenhafte Reichtümer "erwirtschaftet" hatten. Am Nachmittag wurde die Architektur der Wolkenkratzer bei einer Bootstour sehr fachmännisch erläutert.  Daran schloss sich der Besuch des Navy Piers an, eine Mischung aus Bootsunternehmungen und Freizeitpark.

Sue.

Donnerstag, 08.08.2013

Sue muss man gesehen haben, den bekanntesten T. rex der Welt im Field-Museum, das mit seinen naturwissenschaftlichen und voelkerkundlichen Sammlungen auch sonst sehr sehenswert ist, wenn auch mehrere Abteilungen nicht modernen Museumsgestaltungen entsprechen. Am Abend bei Sonnenuntergang lohnte der Blick vom Willis-Tower über Chicago. Danach gab es Burger in der "world famous" Billy Goat Tavern, im Untergeschoss der Michigan Ave (Nr. 430).

Tausende Jahre Kunst

Freitag, 09.08.2013

Die Sonderausstellung "Impressionism, Fashion and Modernity" war Anlass zum Besuch des Art Institute of Chicago, aber auch die Abteilungen mit den Dauerausstellungen waren so interessant, dass der ganze Tag im Museum verbracht wurde; insgesamt ein Sammelsurium der vielfältigsten Themata, aber oft nur wenige, dafür aber exquisite Exponate. Der Abend gehörte wieder dem Chicago-Blues, dieses Mal bei Buddy Guy's Legend.

Auf Achse

Samstag, 10.08.2013

Nach längeren Zeiten für die Transfers (mit CTC vom Hotel zum Flughafen, mit einem Hotel-Shuttle-Bus zum Best Western at O'Hare, mit einem Taxi nach Lake Island) konnte nach über zweistündiger Prozedur das Campmobil übernommen werden werden. Wow! Was für eine Kiste! 33 Füße lang, 8,5 Füße breit und 12 Füße hoch. Wegen der fortgeschrittenen Zeit ging die Fahrt nur bis Joliet, wo bald ein nicht reservierter Campground gefunden wurde.

Illinois lebt von Lincoln

Sonntag, 11.08.2013

Vormittags Pontiac: Route 66-Museum, War-Museum, Pontiac-Museum und Walldog-Museum. Weiter bis Springfield IL (nicht mit Springfield KS zuu verwecheln); dort bei nicht unerheblicher Hitze unter subtil wahrnehmbarem Missmut der Reisegruppe Rundgang zum neuen und zum alten Capitol, zu Lincolns Kanzleihaus, Lincolns Wohnhaus mit vielen Nachbarhaeusern aus der Zeit um 1860, dann noch zum Dana Thomas-Haus  (eine Sozialistin vor etwa 100 Jahren). Übernachtung auf dem letzten verfügbaren Platz auf dem Campground bei Chatam (ohne Reservierung).

Erste Begegnung mit Indianern

Montag, 12.08.2013

Na ja, nur mit prähistorischen,  den Indianern von Cahokia, die hier bei Collinsville vor rund 1.000 Jahren gelebt haben, immerhin bis zu 20.000 Menschen über rund 300 Jahre. Über die Gründe für ihren Untergang wird gerätselt.  Aber sie haben viele Erdhuegel hinterlassen, darunter das größte prähistorische Erdbauwerk der Welt.  Übernachtet wird auf einem reservierten Platz in Granite City, gerade noch Illinois. Das Campmobil zickt etwas; das größere slide out lässt sich nicht vollständig ausfahren und verklemmt leicht.

Überquerung des Mississippi

Dienstag, 13.08.2013

Ein ganzer Tag in St. Louis: Gateway Arch (mit der South Tram fuhr die gesamte Reisegruppe, ohne Reiseleiter, zur Spitze, 192 m hoch), Museum of Westward Expansion, Old Courthouse mit Museum, Bahnhof Union Station (erinnert etwas an Burg Neuschwanstein), Laclerce's Landing (heute Bummelviertel). Nochmals Übernachtung auf dem Platz in Granite City.

The greatest Show under the Earth

Mittwoch, 14.08.2013

Diese Ankündigung weist auf die Meramec Caverns bei Stanton MO hin, die wirklich sehenswert sind. Nur zum Schluss der Führung wird man von amerikanischem Pathetismus eingeholt ("God bless America"; Projektion der US-Flagge auf eine Tropfsteinwand). In der Höhle versteckte sich auch Jesse James mit seiner Bande, und so gibt es in der Nähe das kleine Jesse James Wax Museum, das aber hauptsächlich der Behauptung nachgeht, dass Jesse James bis 1951 gelebt habe. Übernachtung in Stanton auf einem KOA-Zeltplatz, wo entgegen der Ankündigung keine Internetverbindung hergestellt werden konnte. Kurz nach 17 Uhr (Mitternacht in Deutschland) Anstoßen auf Ingolfs Geburtstag.

Route 66 - Feeling

Donnerstag, 15.08.2013

Morgens Probleme mit dem Einfahren des größeren "slide out".  Weiterfahrt ging auf erheblichen Längen auf der alten Straße,  die ab Stanton MO gut ausgeschildert ist, streckenweise aber auch die alte Fahrbahn aufzuweisen scheint, so dass das Campmobil ordentlich durchgeschüttelt wurde. Da der KOA-Platz von Springfield (mit problemlosen Internet-Zugang), der relativ früh bereits gegen 15 Uhr erreicht wurde, in einiger Entfernung vom Stadtzentrum liegt, dort aber auch nicht unbedingt Sehenswertes ist, war dieses ein ruhiger Tag.        Nachtrag: Soeben lasen wir eine sehr erfreuliche Nachricht (vielen Dank, Constanze, für den langen Brief und besonders für die beiden Aufnahmen) und haben sofort mit einem Glas, das allerdings wie ein Whiskey-Glas aussieht, auf unseren Enkelsohn angestoßen und wünschen sehr, dass es Kind und Mutter weiterhin gut gehen möge.  Auf den Namen sind wir auch sehr gespannt, wollen uns aber in die Namensfindung nicht einmischen.      Auch einige Aspekte zu den Lebensumstaenden: Das Vehikel bietet riesigen Platz; alles Notwendige ist an Bord, wie Gasherd, Kaffeemaschine, Boiler, natürlich Dusche (sehr klein, deswegen bisher nicht benutzt), Toilette (wie vor). Das Spülwasser begann nach etwa drei Tagen bei der Hitze zu mueffeln; bisher haben wir es noch nicht abgelassen. Wasser zum Geschirrspülen, zum Kochen, für Kaffee wird aus dem Tank genommen, damit es ausgetauscht wird. Die Betten sind gut und ausreichend breit. Zur Fahrzeugtechnik: Ford V10-Motor, dennoch an Steigungen stark in der Leistung nachlassend. Tempomat. Drei Klimaanlagen. Je ein Ventilator für Fahrer- und Beifahrer.  Radio, DVD- und CD-Spieler (gegenwärtig hören wir "Voll Speed"), zwei Fernsehgeräte (ein kleineres im Schlafraum) mit Satellitenantenne. Der Clou: ein automatisches System unter dem Fahrzeugboden mit vier Hydraulikstempeln, die das Fahrzeug im Stand waagerecht ausrichten (darf bei der Abfahrt nicht vergessen werden, auch nicht die Anschlüsse für Strom, Wasser und Kabelfernsehen). Keine Fahrer- und keine Beifahrertür,  sondern nur eine Seitentür mit Trittstufen, die von einem Motor angetrieben automatisch aus- und zurückfahren. Wir haben gelernt, dass ein 50-Ampere-Anschluss benötigt wird; bei 30-Ampere-Anschlüssen wird ein anderer Stecker benötigt.  Eine entsprechende Nachfrage vor den Zeltplatzbuchungen bei dem ADAC-Betreuer konnte dieser nicht beantworten, weshalb wir auf einigen Plätzen noch ein Problem bekommen können. Bisher bestand vor Ort immer die Möglichkeit,  den Platz zu tauschen.   Zum Fahren: Rechts und links ist alles sehr eng. Mehr als 55 bis 60 mph werden nicht gefahren, was dazu führt,  dass man  von den meisten Lkw (oft immens lang) überholt wird. Ungewöhnlich sind Kreuzungen mit vier Stopp-Schildern (Vorfahrt hat, wer zuerst kommt). Der Sprit ist für unsere Verhältnisse günstig;  die Gallone kostet um 4,50 $ (89 Oktan). Nach erster Schätzung beträgt der Verbrauch um 30 Liter auf 100 Kilometer.   Ansonsten erleben wir überwiegend freundliche Amis, bis auf die US-Mücken,  die Soventol wohl nicht kennen.

Ja, wo sind wir denn hier?

Freitag, 16.08.2013

Das problematische slide out ließ sich dieses Mal zurückfahren, was vielleicht daran lag, dass es am Vorabend nur zu zwei Drittel ausgefahren worden war. Die Überschrift des heutigen Tages äußerte ein Reisemitglied im Tagesverlauf.  Der erste Halt war in Cathage MO, wo das Courthouse mit einer kleinen Ausstellung besichtigt wurde. Dann in Joplin Besuch des Museum-Komplexes (Heimat-, Kriegs- und Mineralienmuseum). Übernachtung auf dem reservierten KOA-Platz Joplin.

Der 3-Staaten-Tag

Samstag, 17.08.2013

Morgens noch in Illinois, dann Durchfahrt durch Kansas, und am frühen Nachmittag in Oklahoma. In Galena begeisterte eine urige alte Tankstelle, doch beim Einsteigen nach dem Photo-Stopp das nächste Ärgernis: von den automatischen Trittstufen war wohl während der Fahrt über die buckelige R 66-Fahrbahn mit teils harten Schlägen etwas abgefallen, so dass eine Ritzelscheibe locker herunterhing und der Antrieb nicht mehr funktionierte. So waren zunächst kleine Kunststücke erforderlich, um von außen in das Fahrzeug wieder einzusteigen. Beim nächsten Walmart wurde eine geeignete kleine Trittleiter erstanden. Da Samstag war, konnte erst einmal nichts Weiteres unternommen werden. Auf die Besichtigung des kleinen Heimat- und Mineralienmuseums in Galena, das in der Vergangenheit mit Erzabbau zu Wohlstand gekommen ist (siehe "Galenit"), wurde verzichtet. Ebenso auf den Besuch des Militärmuseums in Baxter Springs KS, denn die bereits gesehenen Militär- und Kriegsausstellungen reichten erst einmal. Dann am frühen Nachmittag das Will Rogers Memorial Museum in Claremore OK, von dem wir zuvor noch nichts gehört hatten, der in OK aber "die" Berühmtheit ist (er verunglückte tödlich 1935 mit einem Flugzeug). So wie ihn stellen sich die Amis wohl einen richtigen Amerikaner vor. Schließlich noch ein kurzer Stopp beim "blue whale" von Catoosa OK. Wegen der relativ kurzen Etappen keine Übernachtung in Vinita, sondern Weiterfahrt nach Tulsa, dort gegen 16:30 Uhr auf einem RV-Park angekommen, der aber bereits geschlossen war (laut Schild bis 17 Uhr samstags geöffnet). Weiterfahrt aus Tulsa hinaus und auch bei drei weiteren RV-Parks niemand anwesend und ohnehin alles proppenvoll aussehend (am nächsten Tag erfuhren wir, dass OK noch eine Woche Schulferien hat). Also kein Platz für die Nacht! Was blieb übrig, als die Nacht über am Straßenrand zu stehen; nach längerer Suche und Vergleichen wurde gegenüber einer Baptistenkirche geparkt. Im Vergleich mit den Campingplätzen war es die ruhigste Nacht seit langem. Weil kein Internetzugang möglich war, erfolgte dieser Eintrag nachträglich.

Alles geschlossen

Sonntag, 18.08.2013

In das kleine Heimatmuseum in Sapulpa kamen wir nicht hinein (sonntags geschlossen). Über die alte eiserne R 66-Brücke bei der Westausfahrt aus Sepulpa kann man nicht fahren (gesperrt). Das Boundary-Restaurant zwischen Luther und Arcadia ist zu, wegen Schulferien in OK. Wegen der sehr frühen Abfahrt, bereits um 8:30 Uhr, denn außer dem Einfahren der Jacks und der Katzenwäsche waren bei der Übernachtung an der Straße keine weiteren Vorbereitungen erforderlich, wurde der RV-Park in Oklahoma City schon um 12 Uhr erreicht; das Büro war geschlossen und öffnete erst um 14 Uhr. Ohne Probleme konnte ein Standplatz gebucht werden, so dass hier drei- statt zweimal übernachtet wird. Von der Rezeption konnte die Rufnummer eines Mechanikers erfragt werden, der angeblich auf den Platz käme.  Mal sehen, was morgen früh,  am Montag, wegen der Treppenstufen und vielleicht wegen des vorderen slide out zu erreichen sein wird. Nachmittags gefaulenzt, denn es ist heiß. Wehrmutstropfen, dass die Preussen nur auf Platz 9 stehen, obwohl sie bisher kein einziges Mal verloren haben. Übrigens ist heute genau ein Fünftel unserer Reisezeit verstrichen.

Oh, oh, oh!

Montag, 19.08.2013

 

Das Treppenproblem war zu lösen. Um 8 Uhr wurde ein Reparaturdienst, der zum Campingplatz kommt, angerufen; es meldete sich nur der Anrufbeantworter. Die Rezeptionistin meinte, nach 9 Uhr wäre man erfolgreicher, doch auch dann nahm niemand ab. Bei einer anderen Werkstatt hieß es dann, man möge sich mittags wegen eines Termins nochmal melden. Beim Anruf um 14:30 Uhr war zu erfahren, dass man nicht zum Platz käme und das Fahrzeug zur Werkstatt bringen solle, wo wir um 15:30 Uhr eintrafen. Nach einer Wartezeit werkelten bis zu drei Monteure gleichzeitig an den Stufen herum, an denen eine Stange abgebrochen war. Um 17:15 Uhr war die Reparatur erfolgreich abgeschlossen und die Stufen taten es wieder automatisch. Um die Erstattung der bezahlten 450 $ mag es noch Ärger geben, aber weitere sechs Wochen ohne die Stufen kommen nicht in Betracht. Das Fahrzeug ist recht neu und erst etwa 12.000 Meilen gelaufen; was sagt das über die amerikanische Qualität aus? Bei der Werkstatt waren alle nett und sehr bemüht. Ein touristischer Tag war dieses nicht gerade.

Cowboys und Indianer

Dienstag, 20.08.2013

Ein sehr heißer Tag in Oklahoma City. Der Vormittag gehörte der amerikanischen Kultur: ab Museumseröffnung (10 Uhr) gut fünf Stunden im National Cowboy and Western Heritage Museum (Gemälde und teils riesige Skulpturen vor allem mit Motiven von Cowboys und Indianern (das heisst hier "Native Americans"), zahlreiche Sättel, eine nachgebaute Straße eines Westernortes, Waffen, Zubehör für Pferde sowie Gebrauchsgegenstände für Cowboys, Indianer, Siedler, Soldaten usw., auch Filmstars aus Western... Für viele Amerikaner gilt "The End of the Trail" (evtl. bitte bei Google recherchieren) als die wichtigste Skulptur der USA im 20. Jahrhundert. Aussen prachtvolle Gartenanlagen, dabei einige Gräber von Rodeopferden. Gut und relativ preisgünstig konnte man im zugehörigen Persimmon Hill Restaurant essen; endlich einmal kein finger oder fast food, keine Pappbecher, dafür aber metallenes Besteck. Nachmittags Umwanderung des State Capitol sowie ein Besuch bei Bass Pro Shops, ein riesiger Outdoorladen, wie wir ihn von Deutschland nicht kennen, dabei Motorboote, hunderte aufgestellter Angeln, ein langer Waffentresen, an dem mehrere Kunden bedient wurden, usw. Trotz der Millionenstadt (mit Umland) gab es keine Parkprobleme; das große Fahrzeug ließ sich ohne Weiteres am Museum, einem Parkplatz in der Nähe des Capitols und bei Bass Pro Shops, von wo übrigens ein kostenloser Shuttle nach Downtown verkehrt, parken. Weitere Aktivitäten verhinderte die Hitze. Ausser dem beeinträchtigten vorderen slide out gab es mit dem Fahrzeug keine Schwierigkeiten.

Kräftig klopfte der Ranger

Mittwoch, 21.08.2013

Vorbemerkung: Vielleicht ist der Eindruck entstanden, dass wir verschollen seien, aber dem ist nicht so. Die beiden letzten Übernachtungen fanden auf Plätzen ohne Internet-Zugang statt, so dass die Tagesberichte für diesen und den Folgetag nachgetragen werden.                    Am Vormittag verließ gerade ein Besucher Fort Reno, als wir dort eintrafen. Die Mitarbeiterin des kleinen zugehörigen Museums empfing uns herzlich und erläuterte den Gang durch das Haus und über das Gelände,  nicht ohne zu erwähnen,  dass sie von ihren beiderseitigen Großeltern her deutsche Wurzeln habe. Das Fort wurde 1875 angelegt, um Unruhen der Cheyenne- und Arapaho-Indianer zu unterdrücken.  Auch zogen Einheiten der Buffalo-Soldaten, die nur aus Schwarzen bestanden, durch das Fort. Später wurde vom Fort aus die Besiedlung dieser Region Oklahomas überwacht (so kann man es auch nennen). Nach der Jahrhundertwende diente die Einrichtung zur Aufzucht von Militärpferden. Vielleicht erinnert sich noch jemand aus unserer alten Generation an den Leichenzug von John F. Kennedy; das dort mitlaufende reiterlose pechschwarze Pferd "Black Jack" stammte aus Fort Reno. Und dann holte uns unerwarterweise die deutsche Geschichte ein. Ab 1943 waren in dem Lager über 1.000 deutsche Krieggefangene interniert, die in Nordafrika in Gefangenschaft geraten waren. Wir lasen den Brief eines jungen POW an seine Eltern in Hamburg (natürlich auf deutsch), worin er über die fast unerträgliche Hitze in Oklahoma stönte, was wir sehr gut nachvollziehen konnten. Zum Abschluss besuchten wir noch den nahegelegenen deutschen Soldatenfriedhof. Kurz bevor wir abfuhren, kam eine Familie als nächste Besucher.         Am Nachmittag erreichten wir Clinton OK und gingen in das dortige Route 66-Museum. Es waren nur wenige Räume,  diese aber mit herausgeputzten Fahrzeugen, Tanksäulen, Plakaten, einer Wurlitzer-Orgel (!) usw. bestückt.  Die dazu gespielte Musik (Get your kicks; Come on, little Susy; Elvis; die Beatles usw.) ließ uns mitgehen und in die 50er bis 70er Jahre versetzen.          Da für den Abend kein Platz reserviert war, entschlossen wir uns zur Übernachtung im Foss State Park. Das Büro war allerdings um 17:30 Uhr bereits geschlossen, so dass wir es wagten, uns einen Standplatz im Park zu suchen, wo Strom- und Wasseranschluss vorhanden waren, aber keine Abwasserrohr und auch kein Internet-Zugang. Von einem Nachbarn erfuhren wir, dass der Ranger am nächsten Morgen vorbei käme. So gegen 20:30 Uhr klopfte es dann polternd an unsere Homemobil-Tür, vor der der Ranger stand und die Gebühr einforderte. Er war sehr höflich und ließ noch 2 $ nach, als er erfuhr, dass wir die Route 66 führen.  So ruhig wie in diesem Naturreservat hatten wir schon lange nicht mehr geschlafen.

Boah!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Donnerstag, 22.08.2013

Eine Mitreisende der kleinen Reisegruppe vertrat zwar vehement die Ansicht, dass diese Überschrift der Ausdrucksweise unseres Alters nicht angemessen sei und statt dessen dort "Großartig", "Wunderbar", "Herausragend", "Begeisternd" oder ähnliches stehen solle, aber Boah!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! trifft es auch. Zuerst aber begrüßte uns Reisende der große alte Bohrturm Parker Drilling Rig No. 114 bei der Einfahrt nach Elk City. Dann wandelten wir durch den Elk City Museumskomplex mit Route 66-Museum, Old Town Museum, Farm- und Ranch-Museum, Windmühlenmuseum usw., wo die Zeit rasch verging. Noch vorbei am alten U Drop Inn von 1936 in Shamrock, unserem ersten Ort in Texas, und dann zum ausgesuchten, aber nicht gebuchten RV-Park von Shamrock. Dieser wirkte recht einfach und nicht einladend, und weil es erst früher Nachmittag war, fiel der Entschluss zur Weiterfahrt. In Groom TX kamen wir bei der Ortseinfahrt an dem schiefen Wasserturm vorbei und bei der Ortsausfahrt an dem Giant Cross, ein 58 m hohes weißes Kreuz, das von der Gläubigkeit zumindest einiger dortiger Bewohner zeugt. Schließlich hielten wir noch kurz in Conway TX an der "bug ranch", fünf schräg in den Boden eingegrabenen VW-Käfern.           Und jetzt zur Überschrift: Die Tagesfahrt endete im Palo Duro Canyon, wozu wir uns nach Süden von der R 66 entfernten. Bei der Einfahrt in den Park wurden wir registriert, bezahlten und bekamen auch ohne Reservierung einen Standplatz zugewiesen, wie im Foss State Park mit Versorgungs-, aber ohne Abwasseranschluss und ohne Internetverbindung. Der Canyon ist der zweitgrößte der USA und anders, als beim Grand Canyon, führt die Straße in Serpentinen zum Grund hinunter, wo auch unser Standplatz war. In der tief stehenden Abendsonne leuchteten die Felsen kräftig rot, ein bewegender Anblick. Die Nacht war wieder tiefschwarz und absolut ruhig. Der Park ist nicht sehr überlaufen.

Is this the way to Amarillo?

Freitag, 23.08.2013

Wem außer dem Reiseleiter geht noch dieser Song von Tony Christie von 1971 wie ein Ohrwurm im Kopf herum, wenn sie/er "Amarillo" hört? Der Tag begann aber mit einer nochmaligen ausgiebigen Durchfahrt durch den Palo Duro Canyon, dessen westliche Flanke jetzt in der Morgensonne erglühte. Man konnte kaum mit dem Photographieren aufhören,  weil sich immer wieder neue Motive erschlossen. Im nahe gelegenen Ort, der zutreffenderweise "Canyon" heißt,  informierte das Panhandle-Plains Historical Museum schwerpunktmäßig über die Gewinnung von Öl und Gas in der Region. Hier schaute auch ein kompletter Allosaurus von oben herab. Die Übernachtung erfolgte auf dem reservierten KOA-Platz (angemeldet war nur ein 30-Ampere-Anschluss und wir erhielten den letzten Stellplatz mit einem 50-Ampere-Anschluss), wo die Begrüßung von einer Musikergruppe mit Sombreros (mannhohe Figuren) und mexikanischer Musik erfolgte. Nachts war wieder das von vielen anderen Zeltplätzen bekannte Tuten der Eisenbahn zu hören.

Eine Stunde gewonnen

Samstag, 24.08.2013

Wie die Empfangsdame beim Campingplatz bereits geäußert hatte, lohnte sich ein Spaziergang durch Amarillo nicht. Es gibt kein Stadtzentrum und der Ort ist völlig zersiedelt. So wurde gleich nach Tucumcari gefahren, dabei die Staatsgrenze zwischen Texas und New Mexico gequert und die Uhr von CST auf MST, das heisst, um eine Stunde zurück gestellt. In Tucumcari NM wurde im Jahre 2000 das Mesalands Community College's Dinosaur Museum eröffnet, das die weltweit größte Sammlung bronzener Abgüsse von Originalen vorweist, die berührt werden dürfen. Das Museum steht auch Studierenden zur Verfügung. Am Nachmittag erreichten wir auf einem Abstecher nach Süden den Sumner Lake State Park, wo in der Nähe des Sees übernachtet wurde. Es gab Strom- und Wasseranschluss, aber keine Abwasserentsorgung und keine Internetverbindung, weshalb dieser Tagesbericht nachgetragen wird. Ansonsten handelte es sich um den primitivsten Platz, auf dem bisher waren, aber man konnte sehr ruhig schlafen. Die Straßen nach Süden verliefen teils 20 km lang schnurgerade. Übrigens: Danke, Irina, für Deinen Gruß!

Leckere Steaks in Las Vegas

Sonntag, 25.08.2013

Über ein dunkles Kapitel der amerikanischen Geschichte informiert das neue Bosque Redondo Memorial at Fort Sumner State Monument. 1863 bis 1865 wurden über 9.000 Navajo- und Mescalero-Indianer aus ihrer Heimat zu einem Konzentrationslager bei Fort Sumner getrieben, von denen über 3.000 umkamen. Die Museumsmitarbeiterin war entzückt,  deutsche Gäste zu haben. Auf endlosen schnurgeraden Straßen ging es zurück nach Santa Rosa, wo im Route 66-Automuseum auch einige Oldtimer zum Kauf angeboten werden, so dass man ins Grübeln kommen kann. Noch kurz vorbei an Joseph's Restaurant von 1936 und am Blue Hole City Park, und dann raus aus Santa Rosa nach Las Vegas NM, das aber nicht mit dem berühmten Ort in Nevada verwechselt werden darf. Entgegen anderslauternder Information war das Rough Riders Monument geschlossen. Dann sollte auf dem Storrie Lake State Park übernachtet werden; die junge Dame an der Rezeption bestätigte den erforderlichen 50 Ampere-Anschluss, doch gab es im gesamten Park keinen einzigen, so dass wir unser Geld zurück erhielten und zu einem sehr schönen KOA-Platz südlich von Las Vegas fuhren. Hier gab es die leckersten Sirloin-Steaks seit langem. Nur die Internetverbindung war steinzeitlich langsam und brach immer wieder zusammen.

Von den blauen Bergen kommen wir

Montag, 26.08.2013

Im  Pecos National Historical Park New Mexiko wird in einem Museum über die wechselvolle Geschichte der Pecos-Indianer berichtet, ein Volk, das in Pueblos lebte. Der Rundgang über das Gelände führte an indianischen Adobe-Ruinen, an Ruinengebäuden der spanischen Missionare und an Spuren des Santa Fe-Trails vorbei. Nach Santa Fe führte auch die anschließende Fahrt, in die Hauptstadt von Neu Mexiko, etwa 2.000 m hoch gelegen, durch blau schimmernde Berge. Der Nachmittag war mit einem Stadtrundgang ausgefüllt,  vorbei an der Plaza mit dem Gouverneurspalast, der Kathedrale, der Loretto-Kapelle, der San Miguel Mission, dem ältesten Haus der USA, dem New Mexico State Capitol und über den Santa Fe River, einem Rinnsal. Nach einiger Zeit auf einer Bank an der Plaza ging es mit dem Bus zurück zum Motel, denn gegen 20 Uhr beginnt es zu dunkeln. In dem Motel haben wir drei Nächte gebucht; endlich richtige Betten, Dusche und Toiletten zur alleinigen Benutzung. Heute wurden nur 80 ºF erreicht und es gab einen angenehmen, sehr leichten Sprühregen.

0 km

Dienstag, 27.08.2013

Seit Übernahme des Homemobils war dieses der erste Tag, an dem wir nicht mit dem Gefährt gefahren sind. Am Morgen ging es mit dem Bus ins Zentrum von Santa Fe, wo zunächst die Kirche der San Miguel Mission besichtigt wurde. Im anschließend besuchten Gouverneurspalast und im New Mexico History Museum wurde umfangreich über die Geschichte von Neu Mexiko berichtet, mit viel Verständnis für die spanische Sichtweise. Eigentlich braucht man sich nur zwei Zahlen zu merken: 1821 (bis dahin spanisch), als Mexiko von Spanien unabhängig wurde, und 1848, als die Mexikaner nach einem kurzen Krieg von den USA besiegt wurden. Wieder einmal zeigte die Führerin sich sehr erfreut, dass deutsche Besucher dabei waren. Es mag sich bei diesen Freudensbekundungen aber auch um amerikanische Höflichkeit handeln. Das erste Mal wurde in einer kleinen Abteilung auf Karl May und seine Darstellung der Indianer eingegangen, wobei ihm nachgesagt wird, kein Englisch gesprochen zu haben. In einem Zitat hieß es, er habe nur zwei Sprachen sprechen können, nämlich deutsch und sächsisch. Nach fünf Stunden Museumsbesuch endete der Tag mit einer längeren Rast auf der schönen Plaza. Es war angenehm warm. Als am Abend noch Getränke aus dem Fahrzeug geholt wurden, hatte die Batterie keine Spannung mehr. Nach wenigen Minuten Ladezeit mit dem bordeigenen Generator gab es wieder Strom. Was mag uns morgen früh beim Starten erwarten?

Die Bombe

Mittwoch, 28.08.2013

Vor dem Gang zum Frühstück wurde der Generator zum Aufladen der beiden Batteriesysteme eingeschaltet. Vielleicht lag es daran, dass der Motor beim Starten sofort ansprang. Dann ging der Abstecher nach Norden nach Los Alamos. Bei den meisten wird es klingeln, dass hier die erste Atombombe entwickelt worden ist. Im Bradbury Science Museum wird die Historie nacherzählt.  Ausgehend von Hitler und dem 2. WK, dem Schreiben Einsteins an Präsident Roosevelt, der Entscheidung für das Manhattan-Projekt, den unterschiedlichen Schwierigkeiten, dem Bau von Little Boy und Fat Man und schließlich den Abwürfen über den beiden japanischen Städten mit den bekannten Folgen. Immerhin informierte eine Tafel auch über die amerikanischen Stimmen gegen den Abwurf, wodurch viele Frauen und Kinder umkamen und dass der Krieg gegen Japan ohnehin kurz vor dem Sieg stand. Wenige Meilen weiter südlich lohnte sich der Besuch im Bandelier National Monument. Zunächst musste acht Meilen vor dem Eingang in einen Zubringerbus umgestiegen werden. In einem gewaltigen Canyon vulkanischen Ursprungs siedelten das Tyuonyi und das Ancestral Pueblo Volk, etwa ab 1200 n. Chr. für wenige hundert Jahre. Wie in Südfrankreich wurden Höhlen in den weichen Tuffstein geschlagen. Thoralf: Wie lautet noch einmal die genaue Bezeichnung für derartige Höhlenbewohner? Der Gang durch den Canyon mit Höhenwegen entlang der Wohnhöhlen während der heißen Frühnachmittagssonne, typisch für uns Deutsche, mag uns vielleicht noch einen Sonnenbrand beschert haben. Am entferntesten Punkt kamen wir mit einem jungen Paar ins Gespräch und die Frau wies darauf hin, dass der letzte Shuttle-Bus um 17 Uhr zurück führe, was uns nicht bewusst gewesen war oder was wir bei den Instruktionen vielleicht nicht verstanden hatten. Jedenfalls wären wir ohne diesen Hinweis in arge Verlegenheit geraten; so kamen wir aber sehr rechtzeitig zurück und mit dem letzten Bus zum immerhin 13 km entfernten Visitor Centrum, wo wir geparkt hatten. Auf der Rückfahrt wurde noch ein kurzer Stopp bei dem 10 Meilen nördlich von Santa Fe gelegenen Felsen des Pueblos de Tesuque eingelegt. Der Abend endete mit einem oppulenten Mal, bei dem wieder einmal ordentlich Geld "verbraten" wurde. Nicht weit von unserem Motel hatten wir nur ein ordentlich wirkendes Restaurant entdeckt. Es handelte sich um ein indisches Lokal, das mehrfach ausgezeichnet worden ist. Wir wählten Lentil-Suppe, Hühnchen-Curry, Lamm-Saagwala, Naan, Peas Pallao, Reispudding und Mangocreme und nahmen dazu eine Flasche kalifornischen Chardonnay. Von unserem Ober erfuhren wir, dass er ein Jahr in Hamburg verbracht hatte. Exzellent und piffsatt und unser Erbe bedeutsam geschmälert.

Antike Graffiti

Donnerstag, 29.08.2013

Wir sind in Albuquerque angekommen. Weil der Internetanschluss immer wieder zusammenbricht, werden wir versuchen, diesen Tagesbericht später zu ergänzen. Ergänzung: Beim Abfahren gab es mit dem Fahrzeug keine Probleme, doch verließen wir das Motelzimmer in Santa Fe mit den beiden Doppelbetten beinahe mit etwas Wehmut (ein Bett im Motel war gleich groß wie das Bett im Homemobil). In Santo Domingo Pueblo sahen wir, wie die Pueblo-Indianer heute leben, nämlich armselig. Das im Adobe-Stil errichtete Dorf besteht aus eingeschossigen Lehmgebäuden an nicht befestigten, deshalb staubigen Gassen. Die Leute leben oft von handgefertigten kunstgewerblichen Gegenständen.  Wir sind nur mit einem unguten Gefühl (wegen der Armut der Leute, nicht wegen mangelnder Sicherheit) durchgefahren und haben die Empfehlung im Reiseführer,  nicht zu photographieren, respektiert. In Albuquerque angekommen, haben wir zunächst das Internationale (?) Rattlesnake Museum besichtigt. Wir lernten, dass es sehr unterschiedliche Arten gibt, hinsichtlich der Größe und der Zeichnung. Die Terrarien stehen in voll gestellten Räumen,  über 80 Tiere von 31 unterschiedlichen Arten. Der Museumsleiter scherzte mit uns und meinte, wir kämen wohl aus Texas, weil wir so einen komischen Akzent sprächen. Es folgte die Besichtigung der kleinen Altstadt von Albuquerque, schön anzusehen,  aber nahezu ausschließlich touristisch geprägt mit Restaurants und Läden, in denen indianisches Kunsthandwerk und Kleidung verkauft wird. Sehenswert sind die Felsdarstellungen des Petroglyph National Monument New Mexiko. Von den vier vorhandenen Gebieten wanderten wir durch den Boca Negra Canyon und sahen viele, viele Felsritzungen mit Menschen, verschiedenen Tieren und Symbolen. Nicht alles war zu deuten. Bei etwa 95 ºF kamen wir auf dem reservierten KOA-Platz an.